Glücksarchiv

Positives Denken

Positives Denken (nicht zu verwechseln mit "Positiver Psychologie") wird in zwei sehr unterschiedlichen Kontexten gebraucht: zum einen in der "Positiven Psychologie", wo der Begriff für eine bejahende zuversichtliche Haltung steht. Zum Anderen gibt es eine mehr "esoterische" Richtung, die von der Annahme ausgeht: "Wer Erfolg erwartet, der bekommt Erfolg. Wer Misserfolg erwartet, der bekommt Misserfolg".

Positives Denken im psychologischen Sinne hat als Ziel, eine positive Grundhaltung zum Leben zu schaffen. Dazu gibt es vier Überzeugungen, die gestärkt werden sollen und sich gegenseitig ergänzen:

  • Optimismus - ich sehe das Leben positiv, ich erwarte eine positive Zukunft
  • Kontrolle - ich kann das eigene Schicksal beeinflussen, ich bin dem Schicksal nicht einfach ausgeliefert
  • Selbstwirksamkeit - ich habe die Kompetenz und die Erwartung, bestimmte Ziele erreichen zu können
  • Positive Bewältigung - ich kann kritische Lebensereignisse auf positive Art bewältigen.

Positives Denken im esoterischen Sinne hat das Ziel, durch Autosuggestionen das Bewusstsein und Unterbewusstsein zu beeinflussen. Durch die sog. "self-fulfilling prophecy", die "sich selbst erfüllenden Prophezeiung", soll positives Denken auch zu positiven Effekten führen. Ausgegangen wird von der Vorstellung, der Mensch sei programmierbar und es gebe für alle Menschen die eine "richtige Programmierung".

Blauer Himmer und HausDiese Methode des "Positiven Denkens" wird von vielen Wissenschaftlern kritisiert. Dabei wird nicht in Frage gestellt, dass eine positive und optimistische Einstellung tatsächlich glücklich machen kann und daher wünschenswert ist. Hinterfragt wird jedoch die Wirksamkeit der Autosuggestion sowie das zugrundeliegende Menschenbild.

Vertreter des Positiven Denkens (im esoterischen Sinne) und damit verwandter Themen sind u.a. Dale Carnegie, Joseph Murphy, Erhard Freitag, Oscar Schellbach, Napoleon Hill, Norman Vincent Peale, Anthony Robbins, Brian Tracy, Tom Peters, Vera F. Birkenbihl oder auch Jürgen Höller.

Martin Seligman, einer der Mitbegründer der "Positiven Psychologie" schreibt über den esoterischen Zweig des "positiven Denkens" in seinem Buch "Der Glücks-Faktor": "Positives Denken besteht oft darin, sich Dinge einzureden wie «Jeden Tag, in jeder Weise, geht es mir besser und besser» und das auch - ohne jeden Beweis oder trotz dagegensprechender Beweise - zu glauben. Wenn Sie an solche Sprüche wirklich glauben können - bravo! Der Punkt geht an Sie. Vielen gebildeten und in kritischem Denken geschulten Menschen gelingt diese Art der Selbstüberhöhung jedoch nicht." Negativ bewertet wird darüber hinaus der Ansatz, eine "mechanische" Bewußtseinsprogrammierung sei möglich oder sinnvoll, ohne dass die Persönlichkeit des einzelnen Menschen berücksichtigt wird.